Regulierung · 6 Min. Lesezeit

Autocontrole: was Brasiliens neues Dekret von einer Kombucha-Produktion erwartet

Seit dem 31. Oktober 2025 ist das Dekret 12.709/2025 die rechtliche Basis für Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs in Brasilien und löst das alte Dekret 6.871/2009 ab. Für eine Kombucha-Produktion hat es ein zentrales Wort: Autocontrole, Eigenkontrolle. Du kontrollierst deinen Prozess selbst, dokumentierst diese Kontrolle und kannst die Aufzeichnungen zeigen, wenn jemand fragt.

Die gute Nachricht steht direkt in Artikel 117: Eigenkontrollprogramme müssen "proportional zur Größe der Wirtschaftsakteure und den identifizierten Risiken" aufgebaut sein. Eine Zwei-Personen-Kombucharia braucht nicht den Ordner eines Konzerns. Sie braucht ein Programm in ihrer Größe, das wirklich funktioniert.

Was ein Eigenkontrollprogramm ist

Das dokumentierte Set an Verfahren, mit dem du selbst Unbedenklichkeit, Identität, Qualität, Rückverfolgbarkeit und Sicherheit deiner Produkte sicherstellst (Art. 117). Das Dekret erlaubt ausdrücklich, das Programm auf veröffentlichte Praxiscodes und auf Handbücher des Sektors selbst zu stützen (Art. 117, § 4). KBIs Code of Practice, dem viele Kombucha-Produzenten ohnehin folgen, ist genau so eine Basis.

Die sieben Blöcke des Programms

Artikel 119 listet, was das Programm dokumentiert abdecken muss. In Produzentensprache: eine Sicherheitspolitik mit fachlich Verantwortlichem und messbaren Zielen; ein Managementsystem mit guter Herstellungspraxis, Präventivprogrammen, Rückverfolgbarkeit und Monitoring; systematische, auditierbare Aufzeichnungen des Produktionsprozesses, vom Rohstoffeingang bis zum Versand; Schulung des Teams; Beprobung und Analyse; Abfall, Korrekturmaßnahmen und Reklamationen; und eine Rückruf-Vorsorge je Charge.

Der dritte Block ist das Rückgrat. Tee angenommen, Zucker angenommen, Brautag, Messwerte, Abfüllung, Versand: Jeder Schritt hinterlässt eine datierte, an der Charge hängende Aufzeichnung, der ein Auditor folgen kann.

Achtzehn Monate verfügbar

Eine konkrete Zahl zum Merken: Die Informationen und Aufzeichnungen, die eine Charge rückverfolgbar machen, müssen den Behörden 18 Monate ab Mindesthaltbarkeitsdatum zur Verfügung stehen (oder ab Versand, wenn es keines gibt), so Art. 123. Addiere die Haltbarkeit deines Kombuchas zu diesen 18 Monaten, so lange muss jede Aufzeichnung auffindbar bleiben. Eine Kiste Papier altert über diese Spanne schlecht; ein durchsuchbares System nicht.

Ein Rückruf wird nicht improvisiert

Das Programm muss den Chargen-Rückruf vorsehen, bevor je ein Problem existiert (Art. 119, VII). Passiert einer, läuft er auf Kosten des Verantwortlichen, mit sofortigem Verkaufsstopp und Segregation der Charge (Art. 124 und 125). Es ist die Gesetzesfassung dessen, was ein guter Produzent als Rückruf-Übung ohnehin praktiziert: in Minuten wissen, welche Chargen und welche Kunden ein Problem erreicht hat.

Kleiner Produzent, beratende Kontrolle

Noch ein Artikel, der bekannter sein sollte: Bei Kleinst- und Kleinunternehmen muss die Kontrolle "vorrangig orientierenden Charakter" haben, mit Doppelbesuchs-Kriterium vor einem Bußgeldbescheid, außer bei unmittelbarem sanitärem Risiko (Art. 140). Das Dekret jagt keine kleinen Produzenten; es verlangt Ordnung. Und Artikel 141 sagt ausdrücklich, was die Kontrolle prüft: die Eigenkontrollprogramme und ihre Aufzeichnungen, einschließlich elektronischer Aufzeichnungen und IT-Systeme. Eine digitale Aufzeichnung ist eine erstklassige Antwort, kein Behelf.

Eine Anmerkung zum Geltungsbereich: Für die landwirtschaftliche Primärproduktion und die Familienlandwirtschaft ist die Eigenkontrolle nicht verpflichtend (Art. 118). Eine registrierte Kombucharia ist ein getränkeverarbeitender Betrieb und damit erfasst. Bei Zweifeln über die eigene Einordnung antworten die Norm und der fachlich Verantwortliche, nicht ein Blog.

Wo anfangen

Die meisten dieser Aufzeichnungen hast du vermutlich schon; was sich ändert, ist ihre Form. Datiert, an der Charge, vom Rohstoff bis zum Versand, in Minuten auffindbar. Es ist dieselbe Disziplin, die hinter dem Etikett und den Parametern der IN 41/2019 steht. Wer in Brasilien Kombucha produziert, findet den ganzen Weg hier: BrauMo für Produzenten in Brasilien.

Offizielle Quelle: der Volltext des Dekrets 12.709/2025. Dieser Text ist Orientierung von Produzent zu Produzent, keine Rechtsberatung: Maßgeblich ist der Normtext.

BrauMo ist der Ort, wo diese Aufzeichnungen entstehen: datierte Messwerte an der Charge, Rohstoff bis Abfüllung auf einer Zeitleiste, Chargen-Rückverfolgung in einer Suche und eine Rückruf-Übung in Minuten. Es dokumentiert; konform zu sein bleibt deine Arbeit. BrauMo für Produzenten in Brasilien →

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